TRAVELGUIDE: Als Frau alleine Reisen – 8 Tipps und Tricks

Zumindest einmal im Leben sollte man meiner Ansicht nach alleine auf Reisen gehen, denn ganz unabhängig vom Reiseort, lernt man nirgends auf der Welt so viel über sich selbst, wie in der selbsterwählten Einsamkeit.

Natürlich muss sich nicht jeder Alleinreisende auch automatisch einsam fühlen. Doch bei einer Solo-Reise entstehen eine Vielzahl von Momenten, in denen man dazu angeregt wird, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Klar kann man sich die langen Wartezeiten und Anfahrtswege auch ablenken, aber spätestens abends zur Essenszeit wird einem dann bewusst: man ist alleine. Und statt sich im Zimmer zu verkriechen und zu netflixen, wie man es vielleicht Zuhause tun würde, möchte man seine Umgebung lieber vollends auskosten. Erfahrungen sammeln, neue Kontakte knüpfen und selbstgestärkt aus seiner Reise zurückkehren.  Doch wenn man als Frau alleine reist, könnten einige Gefahren auftreten, gegen die man sich mit guter Vorbereitung schützen kann. Meine Tipps und Tricks habe ich einmal für Euch zusammengefasst:


1. Vorsicht ist besser als Nachsicht
Vor meinem Auslandsjahr 2015 habe ich einige Monate einen Boxkurs belegt, um meine Selbstverteidigungskünste zu verbessern und ich muss sagen, dass es mir richtig Spaß gemacht hat. Leider kamen die Techniken zum Ende meiner Reise auch tatsächlich zum Einsatz, da ich in Auckland an meinem ersten Abend auf dem Heimweg zum Hostel angegriffen wurde. Im Überraschungsmoment des Angriffs habe ich gar nicht groß nachgedacht und aus dem Reflex heraus reagiert – zum Glück, denn bis auf ein paar Schrammen ist mir nichts passiert.
Natürlich kann einen auch das beste Training nicht vollends schützen, aber zumindest ein besseres Gefühl gibt es einem schon und manchmal schreckt man potentielle Angreifer ja auch bereits durch sein selbstbewusstes Auftreten ab. Schaden kann es in jedem Fall nicht.

2.Gefahren erkennen und gezielt vor ihnen schützen
Wer zum ersten Mal alleine auf Reisen geht, sollte sich im Vorfeld gut informieren. Einige Länder können als sicherer eingeschätzt werden als andere. So ist es für eine alleinreisende Frau in Lateinamerika bspw. gefährlicher als in Ländern wie Australien, Neuseeland oder Südostasien. Auch die meisten europäischen Ländern können als überwiegend sicher eingeschätzt werden. Um einschätzen zu können wie (un)sicher ein Land ist, bewerte ich neben der Überfallgefahr auch noch die Notwendigkeit von Impfungen bzw. das Krankheitsrisiko sowie die Wahrscheinlichkeit von Naturkatastrophen.

3. Auf das eigene Bauchgefühl hören
Sagen wir mal so: Wer seinen gesunden Menschenverstand mit auf Reisen nimmt, brauch sich auch alleine als Frau auf Reisen nicht allzu große Sorgen machen. Natürlich sollte man nachts nichts alleine durch dunkle Gassen schlendern oder nachts allein am Strand entlanglaufen. Denn eins ist klar, sobald die Sonne untergegangen ist, kann so ein einsamer Strand ganz schnell von wunderschön und romantisch zu gruselig mutieren. Genauso sollte man sich nicht übermäßig betrinken, zu anderen unbekannten Substanzen greifen oder Fremden an menschenleere Orte folgen. Aber in seinem Heimatland würde man ja auch nicht kopflos handeln. Also wer als Reisende nur tut, was sie auch sorglos in ihrem Heimatland tuen würde, hat sich schon ein gutes Stück geschützt.
Auch beim Ausprobieren neuer Gerichte ist etwas Vorsicht ratsam. Ich selbst probiere liebend gerne Gerichte auf Straßenstränden aus und hatte auch zum Glück noch nie ein Problem damit, aber nicht jeder Magen verträgt das problemlos. Also Vorsicht vor unbekannten Gerichten und vor allem auch Leitungswasser.

4. Nein sagen und zur Notlüge greifen
Die meisten Reisenden trifft man ohnehin nie wieder, denn nur im seltensten Fall knüpft man auf Reisen Freundschaften fürs Leben. Wer also keine Lust hat auf einen Ausflug oder abends noch mit in ein bestimmtes Restaurant zu kommen kann ohne schlechtes Gewissen auch einfach mal ablehnen. Auch unliebsame Verehrer darf man gut und gerne mit der Notlüge abspeisen, dass im Hotel/Hostel oder Zuhause der Partner auf einen wartet.

5. Über den eigenen Schatten springen
Ebenso wichtig wie es ist Nein zu sagen ist aber auch das Gegenteil ein klares „Ja!!“. Denn wer immer nur auf Nummer Sicher geht wird so einiges verpassen. Also auch wenn man eher der introvertierte Typ ist so sollte man sich auf Reisen selbst pushen und seinen Horizont und auch Bekanntenkreis erweitern. Andernfalls kann es nach ein paar Tagen alleine ganz schön eintönig und einsam werden. Den eigenen Wortschatz um einige Wörter in der Landessprache zu erweitern kann einen übrigens auch enorm weiterhelfen und man profitiert von einer höheren Hilfsbereitschaft seiner Mitmenschen im Reiseland. In Notfallsituationen ist man für frisch geknüpfte Freundschaften übrigens besonders dankbar. Ich hätte in Australien bspw. nicht gewusst, wie ich ohne die Medikamente und Hilfe von meiner Nachbarin die Grippewelle überstanden hätte. Da lag ich nämlich zwei Wochen einfach nur flach und wäre mit dem Weg zum nächsten Supermarkt heillos überfordert gewesen.

6. Eine Vertrauensperson einweihen
Ob nun im Heimatland oder am eigenem Reiseort, es ist immer gut einen Eingeweihten zu haben, der über die geplante Reiseroute informiert ist und weiß, wo man sich als letztes aufgehalten hat.

7. Minimalistisch packen
Ins Handgepäck gehört stets ein Wechseloutfit sowie ein Bikini für den Fall, dass das Gepäck erst später ankommt und wer mit einem Backpack reist, sollte nur mitnehmen, was er selbst auch problemlos tragen kann. Über die Kleidersitten des Landes sollte man sich im Vorfeld informieren und statt wertvollem Schmuck könnte besser eine Trillerpfeife mit ins Gepäck. Wobei ich zugeben muss, dass ich die noch nie dabeihatte – wäre im Angriffsfall (s.o. Nr. 1) aber tatsächlich hilfreich gewesen.

8. Sicherheitskopien anlegen
Wichtige Dokumente wie den eigenen Pass oder das Rückflugticket scanne ich mir meist ein und schicke sie mir selbst noch einmal als Kopie per E-Mail zu. Wenn ich einen besonderen Ausflug gemacht habe, mache ich auch eine Sicherheitskopie meiner Fotos, falls diese verloren gehen sollten. Gegen Diebstahl kann man sich leider nie vollends schützen, aber ein nicht allzu offensichtliches Kamera zur Schautragen hilft.

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