Man merkt, dass man eine Schriftstellerin ist, wenn..

Seit dem ich diesen Blog gestartet habe, sprechen mich immer mehr Menschen darauf an, woran ich erkannt habe, dass ich Autorin sein möchte. Nun für mich war das eigentlich nie eine Frage, die sich mir gestellt hat. Ich habe mich schon von klein auf zu Büchern und den magischen Wortwelten, die sie bilden hingezogen gefühlt.

Wenn ihr mich fragt, dann merkt man, dass man ein(e) Schriftsteller(in) ist, wenn…

.. man immer, wenn man jemand Neues kennenlernt automatisch darüber nachdenkt, ob die Person eine gute Romanfigur abgeben würde.

.. man vor dem Einschlafen sich seine eigene Gute-Nacht-Geschichte im Kopf zusammenspinnt.

.. man dazu tendiert seine eigenen Erlebnisse lang und breit zu wie in einem Buch zu beschreiben und in Anekdoten-Geschichten zu verpacken.

.. man IMMER und wirklich absolut ÜBERALL etwas zu schreiben dabei hat, um stets seine besten Ideen zu notieren.

.. einem die eigenen Figuren so ans Herz gewachsen sind, als wären es die eigenen Kinder.

.. man sich in schlechten Phasen damit motiviert, dass dies nur einen Teil der eigenen Geschichte darstellt und das nächste Kapitel mit Sicherheit bald beginnt.

.. man ständig mit Buchzitaten um sich wirft, als wären sie die wichtigsten Lebensweisheiten.

.. man beim Lesen fremder Bücher gedanklich Formulieren ändert oder am liebsten dem Autor ein Feedback schicken würde mit welchen kleinen Änderungen, die Geschichte noch besser werden würde.

.. man sich an Weihnachten am meisten über neue Bücher freut. Oder ein Notizbuch für deine eigenen Geschichten.

.. man schon vor Weihnachten (oder anderen Feiern) überlegt, wie man sich Zeit für sich selbst freischaufeln kann, weil man unbedingt weiterschreiben möchte.

.. Schreiben einfach die eigene Lieblingsbeschäftigung ist und einen beglückt.

.. Testleser und Lektoren deine größten Feinde und Freunde sind.

.. man manchmal wochenlang nach der perfekten Wortkombination für eine Formulierung sucht und ewig über dessen Klang nachgrübelt.

.. man in seinem Handy oder Notizbuch endloslange Listen hat mit möglichen Buchtiteln.

.. man nie zufrieden ist mit dem eigenen Geschriebenem und immer noch Verbesserungswünsche hat, außer wenn man einmal versehentlich etwas Geschriebenes verloren oder gelöscht hat. Dann ist man sich sicher gerade einem Meisterwerk nachzutrauern.

.. man lieber niemanden an seinen Computer lässt, aus Angst jemand könnte das Heiligtum zerstören.

.. man ebenso niemanden an seinen Computer lässt, weil der eigene Google-Suchverlauf einen wie einen hochkriminellen Massenmörder aussehen lassen könnte. In allem Fall würde er sehr viele Fragen aufwerfen.

.. man bei dem Spiel „Was würdest du aus einem brennenden Haus retten“ als allererstes an sein Notebook mit all den Manuskripten drauf denkt.

.. man am liebsten Tag und Nacht nichts anderes tun würde als durchzuschreiben und Nahrungsaufnahme oder Pausen als lästig ansieht.

.. man wenn man gerade nicht schreibt, sein Leben zwischen den Buchseiten eines anderen Autors verbringt.

.. man ohnehin immer ein Buch dabei hat, für den Fall, dass sich eine gute Gelegenheit zum Lesen ergibt.

.. man sich nichts besseres vorstellen kann, als sich einmal auf eine Tasse Kaffee mit seinen Lieblingsautoren zu treffen und diese auszufragen.

.. man innerlich mitleidet, wenn man seinen Figuren Schlimmer geschehen lässt.

.. man manchmal seine eigenen Romanfiguren darum beneidet, dass sie ein viel glanzvolleres Leben führen als man selbst.

.. ein einzelner Kommentar oder eine Rezension die Macht haben deinen ganzen Tag zu versauen, oder eben auch zu verschönern.

.. man eine innige Liebe zu seinen eigenen Wortgebilden hat.

.. einem zu viele Geschichten gleichzeitig im Kopf herumschwirren und man am liebsten an allen gleichzeitig schreiben würde.

.. man beim Lesen eines Buches ganz automatisch die Charaktere, ihre Handlungen und den ganzen Plot hinterfragt.

.. man einen Teil von sich selbst in seinen Büchern hinterlässt und Angst davor hat, der Leser könnte seine tiefsten Abgründe erkennen.

.. einem zehntausend Gründe einfallen, warum man jetzt und in diesem Augenblick am liebsten schreiben würde.

.. man diese Liste endlos weiterführen könnte, aber weiß, dass ohnehin nur ein(e) echte(r) Schriftsteller(in) bis zum Ende liest.

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4 comments

  1. Hmmmm und was ist, wenn man eigentlich keine Autorin ist und trotzdem gerade dauernd ja gerufen hat?! 😉 Ich wünsche dir eine ganz zauberhafte letzte Woche vor den Feiertagen, alles alles Liebe, x S.Mirli

  2. Liebe Tiziana, ich wäre liebend gerne eine Autorin (mein Buch ist in Arbeit!!) und kann jeden Punkt, den Du aufzählst, nachfühlen. Danke für Deinen lieben Kommi – ja, wenn ma liest, kann man sich die Geschcihte irgendwie viel besser ausmalen 😀
    Liebste Grüsse und hab eine zauberhafte Weihnachtszeit
    Janine vonhttps://www.vivarubia.com/

  3. Was für eine interessante Aufstellung und viele der Punkte treffen für mich total zu – ohne Bücher geht es bei mir einfach nicht, ohne Schreiben auch nicht, aber bei mir reicht es eher zu kleinen Beiträgen, zu kurzen Blogposts. Eine richtige Autorin wäre ich wohl nicht werden, obwohl es sich schön anhört 😉
    Hab noch eine wunderbare Vorweihnachtszeit und alles Liebe

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